Aktuelles   Einführung   Kirchliche Arbeit   Solidaritätsbekundungen   Aktionen   Buch   Diakoninnen   Priesterinnen   Bischöfinnen   katakombenweihe   Verfassung-Constitution   Presseerklärungen   Newsletter   Hirtinnenbrief   Klage   Neue Buecher   Exerzitien   Ausbildung   Links   woc   Photos   diakoninnenweihe-2002.Österreich   priesterinnenweihe-2002.Donau   Diakoninnenweihe-2004   Priesterinnenweihe-2005.Lyon   Weihe-St.-Lawrence-River.Canada-2005   Priesterinnenweihe-Schweiz-2006   Pittsburgh-Ordination-2006.php   USA-Mid-west-2008.php   Canada-West-2008.php   USA-East-2008.php   USA-West-California-2008.php   USA-West-Oregon-Ordination.php   USA-South-2008.php  
VD

=========================================

Rk PRIESTERINNEN EUROPA-WEST
=========================================
N E W S L E T T E R    2010

rkPriesterinnen@forestfactory.de



Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Sympatisantinnen und Sympatisanten,


auch dieses Jahr kam nicht der ersehnte Durchbruch zu Reformen in der rk
Kirche. Immer noch dürfen Frauen keine Leitungsämter in der rk Kirche
innehaben, immer noch besteht das Verbot der Frauenordination, immer noch
leidet die Kirche unter dem Pflichtzölibat, immer noch wird die
evangelische Kirche von der rk Kirchenhierarchie nicht anerkannt - obwohl
es in der Praxis bereits ganz anders aussieht -

Ein Beispiel: Am Heiligen Abend nachmittags gab es jahrzehntelang in
unserer wunderschönen Barockkirche eine ökumenische Familienchristmette.
In den letzten Jahren wurde dieses ökumenische Miteinander von der rk
Hierarchie nicht mehr erlaubt, hieß es. Eine rkatholische Christmette um
16 Uhr und eine evangelische Christmette um 17 Uhr wurden veranstalten -
beide in der gleichen wunderschönen Barockkirche.

In der Realitiät sah dies nun so aus, dass ich zwischen 16 Uhr und 17 Uhr
in die Kirche ging. Sie war sehr voll. Ich fragte einen Herrn, der mir wie
ein Leiter aussah, ob dies gerade die katholische oder die evangelische
Christmette sei. Er sagte, es sei die katholische.
Ich setzte mich in eine Bank. Zu der Frau neben mir bemerkte ich:
Die katholische Christmette wird ja gleich vorbei sein, sie sagte: das
hier ist die evangelische Christmette.
Auch die anderen in der Bank wussten nicht, ob wir gerade in der
katholischen oder in der evangelischen Christmette seien. Ein Chor sang,
eine Musik ertönte, das Lied: "Es ist ein Ros entsprungen" wurde gesungen.
Ein Herr im Altarbereich las aus der Bibel vor. Alles klang sowohl
katholisch und genauso gut evangelisch.  Wir Menschen in der Kirche sahen
und hörten keinen Unterschied.

Ein beglückendes Erlebnis, denn die Zeit wird kommen, wo die Menschen
weder wollen noch tatsächlich unterscheiden können, was evangelisch und
was katholisch ist, sondern in der sie gemeinsam die schönen
Kirchen, die Musik und die Worte aufnehmen. Der Unterschied zwischen
beiden Konfessionen versinkt von Jahr zu Jahr mehr.

Hierzu trägt erheblich bei, dass die rk katholische Kirche nicht mehr das
Personal hat, auf die Unterschiede hinzuweisen und sie zu verfestigen. Es
gibt immer weniger rk Menschen und vor allem immer weniger junge
katholische Menschen. In meiner Schulklasse wurde
mir dies bewußt, als ich in der Klassenübersicht die Bekenntnisse las: Es
gab 4 Arten von Kürzeln: rk, ev, bk und is.  Die weitaus größte Gruppe der
10jährigen war die bk= bekenntnislos, die zweitgrößte die ev und wenige
gehörten der Gruppe rk und is an.

Immer weniger Mitglieder in der rk Kirche bedeutet immer weniger
Steuerzahler für rk. Dies hat Konsequenzen:
Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Altersheime, die lange fest in rk
Hand waren, kann der Staat hervorragend übernehmen. Die Mitarbeiter haben
sogar den Vorteil, dass sie in keinem Tendenzbetrieb arbeiten und daher
arbeitsrechtlich wesentlich besser abgesichert sind. Sollte ihnen, wie
tausenden anderen Berufstätigen auch, eine Scheidung passieren, und sie
von einem anderen Partner ein Kind bekommen und sich dazu bekennen, so
droht ihnen keine Entlassung.

Leid kann es einem nur um die Kirchenbauwerke tun: diese wunderbaren
kunstgeschichtlichen Meisterwerke, die Bauten aus der Romanik, Gotik, dem
Barock, dem Rokoko und dem Klassizismus. Diese herrlichen
Gesamtkunstwerke, die Beispiele gelungener Zusammenarbeit der Architekten,
Bildhauer und Maler sind - was ist, wenn die rk Kirche sie verkauft, weil
sie die Heizung nicht mehr bezahlen kann? Was ist, wenn ein Supermarkt
einzieht oder eine Bowlingbahn? Vielleicht wird eine Zwischendecke aus
Aluminium und Ripgips eingehängt und die Seitenaltäre werden mit
Energiedämmmatten verkleidet?

Viele Katholiken denken und hören vor allem die Misstände in der Kirche:
Aus der Kirche des Kindermissbrauchs, des verlogenen Zölibats, der
untragbaren Diskriminierung der Frauen, des Verbots der Kondome, des
Verbots der Antibabypille, dem Ausschluß der Wiederverheirateten
Geschiedenen und der Verweigerung demokratischer Strukturen sind sie
längst ausgetreten. In dieser Kirche sollte einen auch nichts mehr halten.
Aber die Kirche der Kunst, der Musik, der mitreissenden Hochämter, der
faszinierenden Orte für Auge, Ohr und Seele, der Mystik und des Gefühls,
diese Kirche wollen viele nicht aufgeben.


Was wäre es schön, wenn Kirchensteuerzahler wählen könnten:

Ein klares NEIN zu der
- Kirche des Missbrauchs
- Kirche des Aussschlusses der Frauenordination
- Kirche des Zwangszölibats
- Kirche der Diskriminierung von Randgruppen
- Kirche der Hierarchie

Aber die andere Kirche, die Gemeinschaft, Gleichberechtigung, Gefühl in
einem Gesamtkunstwerk vermittelt, könnte ein Ja bekommen.

Leider müssen Menschen, die aus der Kirche austreten, aus allen Bereichen
austreten. Die meisten sind froh, wenn sie aus dem kirchensteuerzahlenden
Bereich der Kirche ausgetreten sind, nach dem Motto, diese (und sie meinen
damit die Missbraucher und Lügner) finanziere ich nicht mehr. Gäbe es aber
die Möglichkeit, nur aus diesem Teil der Kirche auszutreten und in dem
Teil, der das Kulturgut bewahrt und über den gleichberechtigt und
gemeinschaftlich abgestimmt werden könnte, drinnen zu bleiben, dann wären
viele Menschen bereit, diesem Teil der Kirche anzugehören.

Damit dieses Dilemma aufhört, könnte auch die Politik etwas tun: Die
Zuschüsse der Politik sollten nicht mehr dem Personal, sondern den
Kirchenkunstwerken gelten, Sozialeinrichtungen sollten nur noch gefördert
werden, wenn sie nicht mehr Tendenbetrieb sind, sondern in ihnen der
Schutz des geltenden Arbeitsrechtes besteht, Zwangszölibat darf als
unsittliche Vorschrift bei der Zulassung zum Amt nicht mehr gefordert
werden, besonders Lehrenden in Schulen und Erzieher darf kein
Zwangszölibst auferlegt werden,  Frauenordination muss wegen der
Gleichstellung der Geschlechter fester Bestandteil sein, Randgruppen
dürfen nicht mehr diskriminiert werden und hierarchische Systeme müssen
eine demokratische Organisation vorweisen.

Gäbe es vom Staat nur Zuwendungen an eine so erneuerte Kirche, so müsste die
Kirche selbst sich ändern -

Mit diesem Wunsch gehen wir ins Neue Jahr
und grüßen Sie alle sehr herzlich


Ihre Gruppe
Rk Priesterinnen EUROPA-West
Pressesprecherin Dr. Gisela Forster
www.virtuelle-dioezese.de
www.romancatholicwomenpriests.org
dr.gisela.forster@forestfactory.de


 
 Aktuelles   Einführung   Kirchliche Arbeit   Solidaritätsbekundungen   Aktionen   Buch   Diakoninnen   Priesterinnen   Bischöfinnen   katakombenweihe   Verfassung-Constitution   Presseerklärungen   Newsletter   Hirtinnenbrief   Klage   Neue Buecher   Exerzitien   Ausbildung   Links   woc   Photos   diakoninnenweihe-2002.Österreich   priesterinnenweihe-2002.Donau   Diakoninnenweihe-2004   Priesterinnenweihe-2005.Lyon   Weihe-St.-Lawrence-River.Canada-2005   Priesterinnenweihe-Schweiz-2006   Pittsburgh-Ordination-2006.php   USA-Mid-west-2008.php   Canada-West-2008.php   USA-East-2008.php   USA-West-California-2008.php   USA-West-Oregon-Ordination.php   USA-South-2008.php  

e-mail priesterinnen@forestfactory.de